Die bodenlose Naivität

Und natürlich die Naiven

(das System basiert ja ohnehin auf ihnen)
erwarten noch, dass nach der Krise das System
sich erholen wird dank seiner magischen,
übernatürlichen Kräfte.

Diese Kräfte verleihen ihm die Fähigkeit

sich den Naturgesetzten, die
ein grenzenloses Wachstum
verbieten, zu widersetzen.

Der Aufschwung, auf den sich unsere Politiker weiterhin beziehen,

wird wieder beginnen. Und das Kapital wird
weiterhin neues Kapital gebären. Als ob diese
Krise so etwas wie eine Erkältung wäre, die
ein gesunder Organismus mit den eigenen
Kräften überwinden kann.

Textfeld: Wenn unsere Schätzung über die Ausweglosigkeit unseres Systems stimmt, wenn das Geld aufhört Geld zu produzieren, wenn die Indexes der Börsen weiter fallen und die Zinssätze der Banken immer kleiner werden, dann laufen wir mit Volldampf 
einer solchen Krise entgegen, die mit nichts vorher Dagewesenem zu vergleichen wäre. Die früheren Krisen (sagen wir die von 1929) wären wie Brisen im Vergleich zu einem Orkan.

Wer es nicht glaubt, sollte einen Blick auf Bild 5 werfen
und "das lustige Zipfelchen" um 1930 mit den "Abgründen"
nach 2000 vergleichen.

Hier haben wir keine vorläufige Krise wegen der Überproduktion
mancher Güter, die wir mit einigen wirtschaftlichen oder monetären
Maßnahmen, oder notfalls mit einem kleinen oder großen Krieg
eindämmen könnten.

Hier haben wir es mit der Überkonzentration des Kapitals selbst zu tun.

Eines Kapitals, das nicht mehr gewinnbringend investiert werden kann
und deshalb nach dem Fundamentalen Prinzip unseres Systems absolut
nutzlos ist.

Wir befinden uns an der Endphase des Dramas,
kurz vor dem totalen Zusammenbruch des Systems
selbst. Oder besser gesagt, vor der Vollendung
seines historischen Laufs.

Das Spiel geht zu Ende.

Wenn das Geld kein Geld mehr bringt, wenn meine
Aktien nicht mehr steigen, und die Banken aufhören
mir Zinsen zu zahlen, was nützt mir dann mein ganzes
Geld, das ich mit solcher Mühe ein ganzes Leben lang
gesammelt habe?

Wenn mein Geld mir keinen Profit bringt, dann ist es unnütz.

Es ist, als ob ich es nicht mehr besitze. Es ist als ob
man es mir weg genommen hätte, als ob es verstaatlicht wäre.

Natürlich hat das Geld seinen Wert nicht verloren.

Ich kann es immer noch investieren, allerdings nicht gewinnbringend.
Ich kann, wenn ich es will, zum Beispiel eine Schule bauen.
Wenn ich es aber tue, dann muss ich mir vergegenwärtigen, dass mein
Geld für mich persönlich nichts  "auswerfen" wird. Es wird für mich kein
neues Geld "gebären".

Wenn jemand Nutzen aus diesem "Unternehmen" ziehen wird, das werde nicht ich sein.

Vielleicht werden es die Schüler sein.
Ich jedenfalls nicht.

Als ob meine Macht, mein Geld, mein Kapital nicht mehr mir gehört.

Als ob ich es bloß verwalte
für das Interesse von Anderen.

Warum sollte ich es dann tun?

Welches Motiv habe ich irgendetwas zu unternehmen?

Den Profit, die einzige treibende Kraft der modernen
Gesellschaft, wird es nicht mehr geben.

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